Prof. Peter von Wienhardt, Künstlerischer Leiter Internationale Konzerttage Mittelrhein

Liebes Publikum,

 

 

Sie sehen ein um die Hälfte reduziertes, aber dafür ein besonders qualitätsvolles Programm. Nachdem unser Festival im Jahre 2021 erst im Herbst stattfinden konnte und wir mit den Planungen für das Frühjahr danach begannen, haben wir uns entschlossen, eine Art Rumpfprogramm zu gestalten. Wir wussten zu dem Zeitpunkt gar nicht ob es wegen der Pandemie überhaupt im Frühjahr zu Konzerten kommen kann.

 

 

Wir sind sehr froh, ein so hochkarätiges Programm gestaltet zu haben und hoffen, dass die Bedingungen einen normalen Ablauf zulassen werden.

 

Wir sind alle durch die sich ständig ändernden Maßnahmen und Entwicklungen mürbe und müde geworden, die stille Angst um eine Infektion wird vermutlich noch Jahre in unseren Knochen stecken. Aber: In den letzten zwei Jahren kam es bei klassischen Konzerten zu keinen nennenswerten Ausbrüchen oder Infektionsherden. Ich lade Sie daher ein, sich der Normalität wieder anzunähern. Diese Normalität ist auch das Bedürfnis des Menschen, gesellig zu sein, gemeinsam Feste zu feiern, zu kommunizieren, sich auszutauschen, zu streiten und zu lachen.

 

Als Künstler ist es für mich schmerzhaft zu erfahren, wie Menschen ausgegrenzt werden, wie Haltung und Gesinnung zunehmend wichtiger als Inhalt oder Menschlichkeit werden. Die Kunst und besonders die Musik ist das Gegenteil von Ausgrenzung. Ich hoffe, dass dieser Zustand, diese „Wenn du nicht meiner Meinung bist, bist du mein Feind“-Attitüde, quer durch alle Gesellschaftsschichten hinweg, bald überwunden sein wird.

 

Wir sehnen uns alle nach Frieden, Ruhe, Gelassenheit und Schönheit. Ich lade Sie ein, unseren Konzerten zu folgen und zahlreich zu kommen. Im Gegensatz zu anderen Festivals hat unser Festival überlebt. Natürlich mit Hilfe des Staates, aber auch durch den unermüdlichen Einsatz von Dr. Huthmann, dem ich hier ausdrücklich danken möchte. 

 

Auch gilt mein aufrichtiger Dank unseren Sponsoren, ohne die solcherlei kulturelle Glanzlichter gar nicht möglich wären. Dennoch: Das weitere Überleben des IKM-Festivals hängt ganz wesentlich davon ab, dass Sie unsere Konzerte besuchen!

 

Wir haben nicht nur ein enorm hochkarätiges Künstlerensemble in dieser Spielzeit, wir haben uns darüber hinaus bemüht, eine Trilogie in unser Programm zu implementieren, ja einen programmatischen Ansatz zu fahren. Während der letzten 24 Monate war unsere größte Angst, nicht nur sinnbildlich, keine Luft zu bekommen. Aus diesem Grund, als eine Art Aufbruch, steht am Anfang unseres Programms die „Trilogie der Luft“ mit Beiträgen von Bläsern.

 

Selbstverständlich werden wir weiterhin (in der Spielzeit 2023) versuchen, unsere Konzerte immer am Freitag und Sonntag stattfinden zu lassen. Das war dieses Jahr absolut unmöglich, da z.B. die Karnevalsvereine ihre Feiern in den Mai verlegt hatten.

 

Ein Autor möchte gelesen, ein Maler möchte gesehen werden, beides kann privat im stillen Kämmerlein passieren. Ein Musiker möchte aber gehört und auf der Bühne erlebt werden; ganz sicher ist das Bildschirmmedium dabei nur eine Krücke um nicht in Vergessenheit zu geraten. Jetzt, wo weitestgehend alles wieder erlaubt ist, bitte ich Sie: Nutzen Sie die Zeit, und kommen Sie!

 

Lassen Sie sich von unserem Programm faszinieren, von der Trilogie der Luft verblüffen und von meinen Erläuterungen mitreißen! 

 

Wir freuen uns auf Sie!

 

Ihr Peter von Wienhardt